Ich war nicht von Anfang an so entspannt hier in Indien.
Während meiner Kulturschock-Phase wollte ich eigentlich nur noch weg. Vor allem wegen dem ganzen Müll und der Luftverschmutzung und so. Da habe ich mir Gründe gesucht, warum ich in Mumbai bleiben sollte. Einer dieser Gründe war: „Egal, was noch kommt - ich kann immer sagen: In Indien war es schlimmer“
Dieser Satz hat mich damals gerettet. Aber wie ich seit heute weiß: Ich hatte unrecht.
Es gibt tatsächlich noch stärker verpestete Plätze auf dieser Welt.
Versteht mich nicht Falsch. Mumbai ist ganz vorne mit dabei! Aber es gibt noch 6 Städte, die schlimmer sind.
Nach dem Magazin Forbes hat Mumbai den stolzen siebten Platz der dreckigsten Städte der Welt geschafft.
Respekt.
Freitag, 7. März 2008
Donnerstag, 28. Februar 2008
Matheran
Wahrscheinlich solle ich mich freuen.
Lediglich 3 Stunden Zugfahrt, 30 Minuten Taxi und 5km Fußweg. Und schon kann man atmen! Ich weiß zwar nicht ob tatsächlich „Schadstofffrei“... Aber zumindest kommt es mir so vor. Und ich meine: So ein Weg ist für Inder tatsächlich ‚Um die Ecke’.
Ich war 3 Tage in Matheran. Einer so genannten „Hill Station“.
Als die Engländer Mumbai (Damals noch Bombay) zu einer großen Stadt ausgebaut hatten, ist ihnen irgendwann aufgefallen, dass die Sommer richtig warm werden können.
Irgendein Mensch kam dann auf die Idee, dass die Familien in den Sommermonaten in kühlere Gefilde evakuiert werden sollten. (Man hätte auch einfach Klimaanlagen erfinden können...)
Das schöne, entspannte, regnerische London war aber leider ein paar Monate mit dem Schiff entfernt. Daher ist man einfach 150km ins Landesinnere gelaufen und hat auf nem Berg ne kleine Villa gebaut. Drumrum hat sich ein dann Dorf angesiedelt und manchmal (also einmal) hat sich das Dorf „Matheran“ genannt.
Manch eine Villa hat von damals bis heute gehalten und steht als Hotel bereit.
Und exakt in solch einer Villa war ich.
Allerdings bin ich nicht gelaufen. Also nicht den ganzen Weg. Vielmehr bin ich mit einem wunderschönen Local Train von Mumbai aus bis nach Neral gezuckelt, dort in ein Taxi gestiegen und bis zum Parkplatz von Matheran gefahren. Dann den Rucksack auf und bis zur „Verandah in the Forrest“ gelaufen.
- Warum ich nicht einfach mit dem Taxi bis zum Hotel gefahren bin?
Das ist das Beste: In Matheran sind Motorfahrzeuge verboten. Ich hätte trotzdem nicht laufen müssen. Pferde und handgezogene Rickshaws standen bereit... Aber das ist doch alles Touristenabzocke. Ich habe zwei Beine. Und Stolz.
In der ersten Nacht bin ich aufgewacht, weil es einfach zu ruhig war. Eine Weile stand ich am offenen Fenster und habe der Stille zugehört.
Ruhe.
Keine Hupe in der Ferne.
Kein knatternder Auspuff.
Kein Krähenkampf um eine Mülltüte.
Kein Flugzeug im Landeanflug.
Kein Streit zwischen zwei Nachbarn.
Kein Zug, der über eine kaputte Schwelle ruckelt.
Keine Renovierarbeiten am Nachbarhaus.
Kein Indischer Pop aus Autoradios.
Kein Hubschrauber Richtung Ölbohrinsel...
Kein Strassenkötergekläffe.
Kein Feuerwerk von irgendeiner Hochzeitsfeier.
Nur Ruhe.
Schön.
Die Natur hat aber auch Nachteile. Besonders beim Frühstück für die Dame am Nachbartisch. Ein spitzer Schrei und panisches Zurückweichen signalisierten ihre Überraschung, als ein Affe aus einem Baum auf ihren Tisch sprang, sich eine Orange stibitzte und wieder im Baum verschwand. Mother Nature strikes back!
Lediglich 3 Stunden Zugfahrt, 30 Minuten Taxi und 5km Fußweg. Und schon kann man atmen! Ich weiß zwar nicht ob tatsächlich „Schadstofffrei“... Aber zumindest kommt es mir so vor. Und ich meine: So ein Weg ist für Inder tatsächlich ‚Um die Ecke’.
Ich war 3 Tage in Matheran. Einer so genannten „Hill Station“.
Als die Engländer Mumbai (Damals noch Bombay) zu einer großen Stadt ausgebaut hatten, ist ihnen irgendwann aufgefallen, dass die Sommer richtig warm werden können.
Irgendein Mensch kam dann auf die Idee, dass die Familien in den Sommermonaten in kühlere Gefilde evakuiert werden sollten. (Man hätte auch einfach Klimaanlagen erfinden können...)
Das schöne, entspannte, regnerische London war aber leider ein paar Monate mit dem Schiff entfernt. Daher ist man einfach 150km ins Landesinnere gelaufen und hat auf nem Berg ne kleine Villa gebaut. Drumrum hat sich ein dann Dorf angesiedelt und manchmal (also einmal) hat sich das Dorf „Matheran“ genannt.
Manch eine Villa hat von damals bis heute gehalten und steht als Hotel bereit.
Und exakt in solch einer Villa war ich.
Allerdings bin ich nicht gelaufen. Also nicht den ganzen Weg. Vielmehr bin ich mit einem wunderschönen Local Train von Mumbai aus bis nach Neral gezuckelt, dort in ein Taxi gestiegen und bis zum Parkplatz von Matheran gefahren. Dann den Rucksack auf und bis zur „Verandah in the Forrest“ gelaufen.
- Warum ich nicht einfach mit dem Taxi bis zum Hotel gefahren bin?
Das ist das Beste: In Matheran sind Motorfahrzeuge verboten. Ich hätte trotzdem nicht laufen müssen. Pferde und handgezogene Rickshaws standen bereit... Aber das ist doch alles Touristenabzocke. Ich habe zwei Beine. Und Stolz.
Ruhe.
Keine Hupe in der Ferne.
Kein knatternder Auspuff.
Kein Krähenkampf um eine Mülltüte.
Kein Flugzeug im Landeanflug.
Kein Streit zwischen zwei Nachbarn.
Kein Zug, der über eine kaputte Schwelle ruckelt.
Keine Renovierarbeiten am Nachbarhaus.
Kein Indischer Pop aus Autoradios.
Kein Hubschrauber Richtung Ölbohrinsel...
Kein Strassenkötergekläffe.
Kein Feuerwerk von irgendeiner Hochzeitsfeier.
Nur Ruhe.
Schön.
Die Natur hat aber auch Nachteile. Besonders beim Frühstück für die Dame am Nachbartisch. Ein spitzer Schrei und panisches Zurückweichen signalisierten ihre Überraschung, als ein Affe aus einem Baum auf ihren Tisch sprang, sich eine Orange stibitzte und wieder im Baum verschwand. Mother Nature strikes back!
Wohnung
Ja. Es ist so weit. Jetzt kann ich endlich genau ausrechnen, was „Three Days“ auf indisch in deutscher Zeit bedeutet.
Vom 19. Dezember (Der Tag, an dem Mir der Markler einen Einzug in "Tree Days" versprach) bis 23. Februar (Einzug). Macht genau 66 [deutsche] Tage.
Aber ich will nicht kleinlich sein. Denn seit genau dem 23. Februar 08 habe ich eine Wohnung in Mumbai.
[Endlich kann ich mal meinen Lieblingswitz von www.nichtlustig.de bringen.]

Auch wenn er in meiner Situation nicht ganz passt...
„Nicht groß“ – Naja. 120 qm. Eigentlich schon ganz schön groß. Zumindest für eine Person... „Kartoffelbrei“ – Wenn das ein anderes Wort für Mamor ist...
Mein Name steht in keinem Vertrag. Und ich zahle auch keine Miete: „Meins“ wäre also auch ein bisschen viel gesagt...
Egal.
Mr. Daniel
14, A.B. Nair Rd.
Silver Beach Apartment A501
400 049 Mumbai, Juhu
Wenn ihr in der Nähe seit: Schaut mal vorbei!
... in meinem Wohnzimmer

... in (einem meiner) Schlafzimmer
... in der Kueche

...aber vor allem: Dieser Ausblick!
Vom 19. Dezember (Der Tag, an dem Mir der Markler einen Einzug in "Tree Days" versprach) bis 23. Februar (Einzug). Macht genau 66 [deutsche] Tage.
Aber ich will nicht kleinlich sein. Denn seit genau dem 23. Februar 08 habe ich eine Wohnung in Mumbai.
[Endlich kann ich mal meinen Lieblingswitz von www.nichtlustig.de bringen.]

Auch wenn er in meiner Situation nicht ganz passt...
„Nicht groß“ – Naja. 120 qm. Eigentlich schon ganz schön groß. Zumindest für eine Person... „Kartoffelbrei“ – Wenn das ein anderes Wort für Mamor ist...
Mein Name steht in keinem Vertrag. Und ich zahle auch keine Miete: „Meins“ wäre also auch ein bisschen viel gesagt...
Egal.
Mr. Daniel
14, A.B. Nair Rd.
Silver Beach Apartment A501
400 049 Mumbai, Juhu
Wenn ihr in der Nähe seit: Schaut mal vorbei!
...aber vor allem: Dieser Ausblick!
Freitag, 15. Februar 2008
Ein Schöner Tag!
Hach. Ich freu mich. Gestern war Weihnachten für mich. Nachdem das letztjärige Fest der Feste für mich ein wenig enttäuschend verlaufen war, habe ich gestern endlich meinen lang ersehnten neuen Laptop bekommen... (*Freu, freu, freu, freu, freu... Jubel!*)
Ein wunderschönes, perfektes, silbernes MacBook Pro von Apple.
Und da habe ich festgestellt, dass ich mittlerweile tatsächlich ein halber Inder geworden bin.
Da das schöne Gerät aus den Vereinigten Staaten kommt, hat der Stecker nicht in die Indische Steckdose gepasst. Tja. Was macht ein Inder?

Das hier. Kabel in die Steckdose, Stecker an die Kabel. Passt.
Und warum bin ich nur ein halber Inder?
Ich hab immerhin Isolierband verwendet...
Ein wunderschönes, perfektes, silbernes MacBook Pro von Apple.
Und da habe ich festgestellt, dass ich mittlerweile tatsächlich ein halber Inder geworden bin.
Da das schöne Gerät aus den Vereinigten Staaten kommt, hat der Stecker nicht in die Indische Steckdose gepasst. Tja. Was macht ein Inder?
Das hier. Kabel in die Steckdose, Stecker an die Kabel. Passt.
Und warum bin ich nur ein halber Inder?
Ich hab immerhin Isolierband verwendet...
Montag, 11. Februar 2008
Bankgeschäfte
Das Schöne an meinem Einsatz hier in Indien ist zweifelsohne das Geld. Nicht nur, dass es eine Menge ist (jaja. *Freu*), sondern vor allem, weil es Indische Rupien sind.
Und das steigert die Menge gleich noch mal. (Ich bin Millionär!)
Naja. Wegen den ganzen Problemen mit meinem Indischen Konto und den Kreditkarten und so, habe ich beschlossen, die Hotelrechnung nicht mehr über mein deutsches Konto laufen zu lassen. Weil ich noch keine Indische Kreditkarte habe (jaja. Sie kommt so in 3-10 Tagen) und das Hotel keine Schecks nimmt, musste ich bar bezahlen.
Also bin ich mal zur Bank gelaufen: - Ich hätte gerne 270.000 Rupien. In Bar
- Sie meinen 2.700?
- Nein. Zweihundertsiebzigtausend. Bitte.
- Oh… Ähm… Also… Tut mir leid. Aber soviel Bargeld haben wird nicht hier.
Tja. Das erste Mal in meinem Leben habe ich die Bank gesprengt. Gutes Gefühl.
Am nächsten Tag hatten sie dann genug Scheine. (Muharharhar)

Und das steigert die Menge gleich noch mal. (Ich bin Millionär!)
Naja. Wegen den ganzen Problemen mit meinem Indischen Konto und den Kreditkarten und so, habe ich beschlossen, die Hotelrechnung nicht mehr über mein deutsches Konto laufen zu lassen. Weil ich noch keine Indische Kreditkarte habe (jaja. Sie kommt so in 3-10 Tagen) und das Hotel keine Schecks nimmt, musste ich bar bezahlen.
Also bin ich mal zur Bank gelaufen: - Ich hätte gerne 270.000 Rupien. In Bar
- Sie meinen 2.700?
- Nein. Zweihundertsiebzigtausend. Bitte.
- Oh… Ähm… Also… Tut mir leid. Aber soviel Bargeld haben wird nicht hier.
Tja. Das erste Mal in meinem Leben habe ich die Bank gesprengt. Gutes Gefühl.
Am nächsten Tag hatten sie dann genug Scheine. (Muharharhar)
Und an der Hotelrezeption stand ich dann eine viertel Stunde, bis alles gezählt war...
Samstag, 2. Februar 2008
Zeit ist relativ
Man mags kaum glauben.
Aber in 3 Tagen werde ich in eine eigene Wohnung ziehen. Das hat mir der Markler zugesagt - am 19. Dezember.
Und seitdem dauert es noch 3 Tage. Immer. Jedes Mal, wenn ich anrufe.
Am 26. Dezember versprach man mir, dass mein Bankkonto "Tomorrow" eröffnet wird. Und dann wird auch direkt mein Gehalt ausgezahlt.
Zwei Woche später wurde meine Kreditkarte mangels Deckung gesperrt.
Gestern habe ich auf einen Rückruf gewartet. ("I call you back in 5 Minutes") Tja. 3 Stunden später wusste ich dann auch, was ich wissen wollte. Meine Kreditkarte von Siemens Indien wird Ende nächster Woche fertig... Jaja.
Hier mal ein Überblick über Zeit in Indien:
Two Minutes: Eine Stunde
Ten Minutes: Heute noch
One Hour: Vielleicht heute. Aber eher nicht.
Tomorrow: Ca. Eine Woche. Bei Bedarf auch länger
Three Days: Mal schaun. Steht auf der Agenda. Aber weit unten.
Ten Days: Die ultimative Zeitaussage. In etwa zu vergleichen mit dem deutschen "Irgendwann".
Den deutschen Satz "Es wird irgendwann Weltfrieden geben" wird in Indien mit "Peace on earth in ten days" übersetzt...
Damit kommt man dann eigentlich ganz gut klar.
Schade ist nur, dass man das dem Projektmanagement noch nicht mitgeteilt hat.
Da bekommt man einen hektischen Anruf aus Deutschland, dass der nächste Zug in spätestens 10 Tagen fertig sein soll... Jaja. Ich kümmer mich drum.
Aber in 3 Tagen werde ich in eine eigene Wohnung ziehen. Das hat mir der Markler zugesagt - am 19. Dezember.
Und seitdem dauert es noch 3 Tage. Immer. Jedes Mal, wenn ich anrufe.
Am 26. Dezember versprach man mir, dass mein Bankkonto "Tomorrow" eröffnet wird. Und dann wird auch direkt mein Gehalt ausgezahlt.
Zwei Woche später wurde meine Kreditkarte mangels Deckung gesperrt.
Gestern habe ich auf einen Rückruf gewartet. ("I call you back in 5 Minutes") Tja. 3 Stunden später wusste ich dann auch, was ich wissen wollte. Meine Kreditkarte von Siemens Indien wird Ende nächster Woche fertig... Jaja.
Hier mal ein Überblick über Zeit in Indien:
Two Minutes: Eine Stunde
Ten Minutes: Heute noch
One Hour: Vielleicht heute. Aber eher nicht.
Tomorrow: Ca. Eine Woche. Bei Bedarf auch länger
Three Days: Mal schaun. Steht auf der Agenda. Aber weit unten.
Ten Days: Die ultimative Zeitaussage. In etwa zu vergleichen mit dem deutschen "Irgendwann".
Den deutschen Satz "Es wird irgendwann Weltfrieden geben" wird in Indien mit "Peace on earth in ten days" übersetzt...
Damit kommt man dann eigentlich ganz gut klar.
Schade ist nur, dass man das dem Projektmanagement noch nicht mitgeteilt hat.
Da bekommt man einen hektischen Anruf aus Deutschland, dass der nächste Zug in spätestens 10 Tagen fertig sein soll... Jaja. Ich kümmer mich drum.
Samstag, 5. Januar 2008
Arbeitssicherheit
Arbeitssicherheit. Ein schönes Wort. Ich habe viel drüber nachgedacht. Vor allem, als ich die Sicherheitsunterweisungen hier im Depot gelesen habe:



"Die Fluchtwege sind nicht beschildert [...]" ähm. Fluchtwege?
"Viele Werkzeuge und andere Gegenstände liegen ungesichert in Durchgangswegen. Die Stolpergefahr ist beträchtlich." aha
"Auf den Grünflächen um das Depot leben Giftschlangen. Diese Flächen sind zu meiden." Wie, wenn man nur über eine Grünfläche ins Depot kommt?
"Im allgemeinen kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Indische Sicherheitsstandart für Angestellte der Siemens AG ausreichend ist." wie wahr
Schön zu erkennen sind hier die Sicherheitsschuhe...
Folgende Randdaten: 40-50A bei 110V DC. Oder anders formuliert: Ein Elektro-Ofen wird über eine Büroklammer mit Strom versorgt...
Andere Situation: Das Dach wird repariert. Unten wird weiter gearbeitet. Oben sind ca. 30cm Stahlbolzen übrig. Unten wird weiter gearbeitet. Oben wird nicht weiter nachgedacht. Unten geht man vor ein Stahlregen in Deckung. Einfach so. Ohne Warnung.
Naja. Am nächsten Tag wird geschweißt. Dann regnet es immerhin nurnoch Funken.
Noch ein letzen Blick auf den Trafo inklusive Schutzerdung
Wahrscheinlich bin ich einfach zu deutsch...
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