Montag, 27. Oktober 2008

Diese Armut kotzt mich an

Gerade noch rumgetönt, dass ich mich hier unten an fast alles gewöhnt hätte... Und dann das: Gestern habe ich festgestellt, dass ich doch ein Mensch geblieben bin. Ein Mensch, an dem die täglichen Eindrücke doch nicht ganz spurlos vorbei gehen.
Ich war gestern mal privat mit einem Zug unterwegs, und als gut erzogener Junge habe ich mir selbstverständlich eine Fahrkarte gekauft. Da stand ich also in der Schlange vor dem Schalter stand, wurden 3 Kinder auf mich aufmerksam. 3 bettelarme, zerrissene, zerzauste, dürre und total armselige Gestalten zwischen vielleicht 3 und 5 Jahren.
Überall ließt man: "Den Kindern bloß nichts geben, schon gar kein Geld! Die sind alle in Banden organisiert und sehen extra so armselig aus!" Ja. Das klingt super. Aber ignorier diese Armut mal, wenn die Kinder an dir hochspringen, sich an dich klammer, vor dir liegen und deine Füße küssen...

Versuch mal einfach darüber hinwegzugehen, dass auf dem Weg nach der Nachtschicht, der Gehweg gepflastert ist mit Familien, die da wohnen. Und zwar "Wohnen" mit allen Konsequenzen. Auf dem Weg ZUR Nachtschicht, haben die Eltern dieser Familie an weiterem Nachwuchs gearbeitet. Um halb 10 mitten im Berufsverkehr. Also Berufsverkehr im Sinne von Rush Hour...

Schläft der? Stirbt der? Oder ist er schon tot? Keine Ahnung. Keinen interessierts. Ich muss zur Arbeit.
Und die leben noch. Aber was ist das bitte für ein Leben?

Und was, VERDAMMT NOCH MAL, ist das für ein beschissenes Scheißland, das die eigenen Einwohner so elendig verrecken lässt und dann 100 Millionen Dollar dafür ausgibt, eine Fahne auf den Mond zu schießen? Oder den Russen 1,5 Milliarden für nen ausrangierten Flugzeugträger in den Hintern bläst?
Und dann lese ich so Sätze: "Indien ist das Schönste Land der Welt", "Von Indien können wir noch viel lernen" und so einen Dreck.
Ich halte mich da lieber an Max Liebermann: "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!"

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